Die nachfolgenden Fotos entstanden bei Handaufzuchten in meiner Storchenstation. Die Aufzucht von Jungstörchen sollte auf keinen Fall einzeln erfolgen, die Fehlprägung ist irreparabel und ein Storchenleben somit ausgeschlossen. Störche sind keine Haustiere! Bitte wenden Sie sich im Fall des Fundes eines kleinen Storches an eine Storchenstation und bedenken Sie bitte, dass dies der Naturschutzbehörde zu melden ist.
Von der Entstehung des Eies über Eiablage zum Schlupf der Storchenküken
Wie entsteht ein Storchenei? Beginnt es mit der Eizelle, die befruchtet werden muss mit Spermien? Dies geschieht bei der Kopulation, wenn die ersten Eizellen gebildet wurden. Angeregt wird die Bildung der Eizellen durch die Oogenese. Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Reifung der Eizelle, oder doch schon früher? Störche kopulieren schon lange bevor dies der Fall ist. Im Grunde beginnt die Fortpflanzung durch viele biologische Prozesse: die Sonneneinstrahlung nimmt wieder zu, die Tage werden länger. Die Vögel beginnen zu balzen und sie suchen nach Nestern oder bauen ihren Horst aus.
Kopulationen bei Störchen bereits im Dezember!
Unsere Weißstörchin Julie war eine der Storchendamen die bereits im Dezember Ausschau hielt nach geeigneten Liebhabern“. Ihr Partner Georges hatte seit Jahren eine Verletzung, war das der Grund? Vermutlich nicht, denn auch Pauline (DEW 3X353) zeigte dieses Verhalten bei der Überwinterung vor Ort.
Zur Brut kam es dann aber wiederum mit dem langjährigen Partner. Ende März kommt es zu Befruchtungen der Eier, die Eier nisten sich in der Gebärmutter ein, bis zur Eiablage dauert es bis zu 10 Tage. Ein interessanter Artikel hierzu findet sich bei der Die Entwicklung des Kükens im Ei
Die Brutzeit beträgt 30-32 Tage, in Ausnahmefällen bis zu 35 Tage. Die Eier werden im Abstand von 2 Tagen gelegt. Gebrütet wird manchmal schon vom ersten Ei an, in der Regel aber mit dem 2. Ei. Der Embryo ernährt sich von Eidotter und Eiklar. Das Paar wechselt sich bei der Brut ab, in der Nacht sitzt meist das Weibchen auf den Eiern.
Die Eier werden häufiger gewendet und auch gekühlt, gelüftet. Dadurch erhöht sich die Sauerstoffzufuhr im Ei. Storcheneier sind recht dickschalig, und gegen Unterkühlung nicht so empfindlich wie die Eier von Singvögeln. In der Nacht sollte eine Gelege aber immer belegt sein, sonst sterben die Embryos ab. Dies ist von der Jahreszeit abhängig, warme Nächte gibt es im April in unseren Breitengraden eher nicht.
Zum Ende der Brutzeit werden die Altstörche unruhiger. Das ist bei vielen Vogelarten eine kritische, sehr sensible Zeit, Störungen sind absolut zu vermeiden. Kurz vor dem Schlupf, beginnen die Küken zu fiepsen, die Elterntiere hören das durchaus, kommunizieren schon jetzt mit ihren Jungen.
Das erste Storchenküken schlüpft, manchmal schon nach 30 Tagen
Durch Schieren oder auch Durchleuchten kann man prüfen ob Eier befruchtet sind. Bei Hühnereiern gut zu erkennen, die Schale eines Storcheneies ist sehr dick.
Dieses Ei eines Weißstorches ist unbefruchtet, dass es älter ist kann man an der Lustblase erkennen, die schon größer ist. Ein befruchtetes Ei wäre sehr dunkel, die Luftblase etwas größer wenn der Embryo kurz vor dem Schlupf ist.
Das Gelege besteht hier aus 5 Eiern, die alle befruchtet sind.
Der Altstorch hat mit der Ablage des 2ten Storcheneies begonnen zu brüten. Deshalb sind am Schlupftag zwei Eier angepickt. Das ist für die Küken besser, dann ist der Altersunterschied nicht so groß. Die nächsten Küken schlüpfen dann meist im Abstand von 2 Tagen, manchmal schlüpft auch das 3te Küken bereits am 2. Schlupftag, was für das Gelege noch besser ist. Das jüngste Küken hat es sehr schwer sich durchzusetzen, weil die anderen im Vergleich schon wesentlich größer sein werden.
Wie lange dauert es nun bis das Küken geschlüpft ist?
Meist dauert es bis zu 24 Stunden bis ein Küken schlüpft. Das Küken dreht sich dabei im Ei um die eigene Achse, dazu muss es mit dem Kopf zur Luftblase liegen. Hat es eine falsche Lage, wird es vorher absterben. Es pickt einen Kreis in die Eischale, dadurch entsteht ein „Deckel“, den das Küken mit dem Kopf öffnet, indem es die Beine ausstreckt. Eine riesige Kraftanstrengung, die man den Kleinen nach dem Schlupf anmerkt.
Schlüpfendes Storchenküken im nachfolgenden Video

