Nimmt man es wörtlich, so ist die Zahl an tatsächlichen Winterstörchen im Schwalm-Eder-Kreis nicht gestiegen. Denn bei Wintereinbrüchen mit Schnee und Bodenfrost ziehen die noch anwesenden Störche ab. Sie sind entweder in Richtung Büttelborn abgezogen, das erreichen sie in 3 Stunden oder gar bis nach Frankreich oder Spanien. Kurzfristige Wintereinbrüche sind so gut zu überbrücken. Bei langfristigem Frost ziehen auch die Störche aus Büttelborn weiter ab in frostfreie Gebiete. In Büttelborn ernähren sie sich hauptsächlich auf der Tagesdeponie, dort findet sich immer etwas Nahrung.
Vom Langstreckenzieher zum Mittelstreckenzieher?
Für einen kleinen Teil der Weißstörche trifft dies wohl zu. Die Mehrzahl der Vögel zieht jedoch wie bisher in den Spätsommermonaten entweder Richtung Osten oder die Westroute in Richtung Spanien, ab. Sicher ist allerdings, dass sich das Zugverhalten sehr langsam an die klimatischen Gegebenheiten anpassen wird. Gerade für die Brutstörche ist es wichtig, im Frühjahr den Horst wieder schnell zu erreichen um ihn vor fremden Interessenten zu schützen.
Weltweit gibt es fast eine halbe Millionen Weißstörche, die meisten von ihnen überwintern in Afrika, ein großer Teil auch in Spanien, in der westlich gelegenen Extremadura, dem Vogelparadies. Nur 2000km sind es für sie zurück nach Deutschland in ihr Brutgebiet.
Störche die bereits Anfang Februar im Brutgebiet zurück sind, beginnen bei milden Temperaturen sehr zeitig mit der Brut. Schon ab Mitte März erfolgt hier manchmal die Eiablage. Nicht ungefährlich bei späten Kälteeinbrüchen kommt es zu Verlusten. Aber auch Vorteile sind davon abzuleiten, denn so erfolgt die Eiablage der Störche verteilt auf die Monate von Mitte März bis teilweise Ende Mai. Gefahren durch Witterungseinflüsse führen dadurch nicht zu Totalverlusten in der Storchenwelt.
Link zum Podcast mit Wolfgang Fiedler Zugvogel Weißstorch
Gibt es Grund zur Sorge wenn ein Storch im Winter zu sehen ist?
Grundsätzlich nicht, vor allem wenn sich der Storch in einer Gruppe mit Artgenossen befindet.
Bedenklich wird es, wenn Störche bei lang anhaltender geschlossener Schneedecke nur noch im Schnee stehen und keinerlei Anzeichen für eine Nahrungssuche zeigen, auch am Abend den Platz nicht verlassen. Vor allem wenn es sich um einen einzelnen Weißstorch handelt, sollte man besser genau beobachten ob er am Abend einen Schlafplatz aufsucht. Gesunde Störche schlafen nicht am Boden, sie suchen entweder ihren Horst oder einen anderen höher gelegenen Platz wie z.B. ein Dach, Laterne oder Baum auf.
Fragen Sie bei Ihrem We3ißstorchbetreuer vor Ort nach.
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